Wertschätzung in der Politik

Als ich heute gelesen habe: “Die Diskussionen um persönliche Angriffe und Verurteilungen nehmen zu“ konnte ich nur mit einem tiefen Seufzer zustimmen. Aber warum? Was geschieht momentan mit uns? Die täglichen Nachrichten über „Dramen“ aller Arten verunsichern und verängstigen uns, sind in aller Munde. Ständig hört man: „Wo soll das hinführen?“ Das Vertrauen in die Führungskräfte ist verloren gegangen, das Misstrauen wächst überall. Angst breitet sich aus, Verlustängste, Existenzängste, und das in einer noch nie dagewesenen Zeit von über 60 Jahren Frieden! Hey, es geht uns gut! Höchster Gesundheitsstandard, großer Wohlstand.

         Da sollten wir eigentlich genügend Raum, Zeit und Geld dafür haben, uns um Aspekte der Menschlichkeit, allumfassenden UmWELTschutzes, neuer Struktur- und Energieformen anzunehmen. Gemeinsam, fröhlich, zuversichtlich! Die wunderbare Vielfalt einer bunten Parteienlandschaft nützen und den größten gemeinsamen Nenner daraus ziehen. So viel Wissen, so viel Potential, so viel Engagement – warum soll das alles völlig unsinnigen Machtkämpfen zum Opfer fallen? „Ein wenig mehr Toleranz in Bezug auf Meinungen oder Lebensführungen anderer Menschen täte uns allen sehr gut.“ Die Zeichen der Zeit stehen auf Gewichtsverlagerung – mehr Balance – mehr Menschlichkeit, Respekt und Wertschätzung für Mensch und Natur, und vor allem für uns selber. „Geld kann man nicht essen“ sagte schon Jeronymo.

Ja, alte, verhärtete Strukturen können wir doch ruhig hinterfragen. Bewährte, stabilisierende Säulen aber bitte beibehalten.

Ich wünsche mir ein Ende des permanenten Gewinnsteigerungs-Wahnsinns, mehr Wert und Anerkennung für unsere Arbeit unseren Einsatz, real. Kein Agieren aus Beweggründen der Macht, oder für mehr Wählerstimmen.

Wir leben in Frieden, wir können einander zuhören, das gesagte wertfrei erwägen, darüber nachdenken, es einfügen oder begründet ablehnen oder teilweise annehmen. In Respekt, Freundlichkeit und Wertschätzung, vielleicht mit einem Lächeln.

Übrigens, jeder Mensch mit politischem Mandat ist indirekt vom Volk gewählt, jeder hat eine Stimme, nicht nur am Papier und jeder ist aus Überzeugung dabei. Aus der Überzeugung miteinander etwas zu bewegen, zu gestalten. Ich empfinde jede Diskriminierung, besonders die von Minderheiten (auch kleinen Mandaten) steinzeitlich. Denn damals hatten nur die körperlich Stärksten und die in der Mehrzahl recht. Unser heutiger Entwicklungstand ist wesentlich höher.

In diesem Sinne plädiere ich für mehr Wertschätzung in der Politik

Renate Perfahl