Vom Tisch auf die lange Bank

Kommentar zum „runden Tisch LF“ vom 10.12. von Lisl Rum

Und wieder wurde nicht abgerundet, sondern, wie vermutet, wieder über den Tisch gezogen. Es genügt, einen projektlosen Koordinator mit Rechtsvertretern von Firmen in Liquidation an einen Tisch zu laden, und schon wird verkündet, wir haben vereinbart, dass alle Fraktionen bis Frühjahr 2015 Alternativprojekte und Vorschläge ersinnen und erarbeiten werden. Dann werden wir weiter… ja was weiter?

Schaut so ein Neubeginn aus? Entscheidungen bis. na ? richtig, bis nach der Wahl zu verschieben – und das in einem fruchtbaren Gesprächsklima!

Hurra, wir fangen ganz von vorne an! Investoren für Inselhotel Lacus Felix II werden scharenweise kommen, so hofft die ÖVP. Das abgerissene Parkhotel wird neu erstehen, so träumen die anderen Parteien (neuerdings angeblich auch Asamers).

Und der eigentliche Gegenstand dieses „runden Tisches“, das Seebahnhofareal, das Erholungsgebiet für die Bevölkerung, bleibt weiterhin Spielball der Begierden. Dabei könnte eine Übernahme ins Gemeindeeigentum mit einem Beschluss mit einfacher Mehrheit schon am 15.12.2014 bewerkstelligt werden, wenn der politische Wille der Mehrheit der Fraktionen dafür wäre.

Und so sitzen sie, die Entscheidungsträger/innen auf der langen Bank, wollen ihr Platzerl warm halten, um weiter mit öffentlichem Gut und Geld va banque spielen zu können!

„Dass Menschen Tatsachen, die ihnen wohlbekannt sind, nicht zur Kenntnis nehmen, wenn sie ihrem Vorteil oder Gefallen widersprechen, ist ein so allgemeines Phänomen, dass man wohl auf den Gedanken kommen kann, dass es vielleicht im Wesen der menschlichen Angelegenheiten, der politischen wie der vorpolitischen, liegt, mit der Wahrheit auf Kriegsfuß zu stehen.

Es ist als seien Menschen gemeinhin außerstande, sich mit Dingen abzufinden, von denen man nicht mehr sagen kann, als dass sie sind, wie sie sind – in einer nackten, von keinem Argument und keiner Überzeugungskraft zu erschütternden Faktizität.“ (Hannah Arendt in „Wahrheit und Lüge in der Politik“, Piper 2013)

Elisabeth Rumpf, Gemeinderätin der Grünen Gmunden