Kösslmühle und Traunuferweg

Die Kösslmühle soll zur Gänze abgerissen und durch ein neues, vierstöckiges Gebäude ersetzt werden. Die diesbezüglichen Verhandlungen sind schon sehr weit fortgeschritten. Die Grünen Gmunden gehen davon aus, dass Bürgermeister Stefan Krapf demnächst die Abriss- bzw. Baugenehmigung erteilen wird.

Dieses Vorhaben wird nicht nur erhebliche Auswirkungen auf das Ortsbild der Altstadt haben, sondern wirft auch umfangreiche Logistik- und Transportfragen auf. Einen diesbezüglicher Lösungsansatz stellt die Benützung der Traunpromenade als Baustraße für die erforderlichen Schwertransporte, beginnend von der Abfahrt bei der Marienbrücke bis eben zur Kösslmühle dar.

Plakat Kösslmühle

Um diesbezüglich Klarheit zu erhalten haben die Grünen Gmunden anlässlich der Gemeinderatssitzung vom 14. Dezember 2017 folgende Anfrage an Bürgermeister Stefan Krapf gerichtet:

Unsere Anfrage wurde von Bürgermeister Stefan Krapf sinngemäß folgend beantwortet:

Auf diese Anfrage gibt es noch keine Antworten. (gemeint war, weil ´s noch nicht so weit ist)

Und dann weiter:

Wichtig für die Gemeinde ist,

1. die Baustellenabwicklung; es darf keine 2-jährige Sperre geben

2. Der Weg vor der Kösslmühle gehört zur Kössmühle; daher Benützung für Öffentlichkeit sichern

3. Durchgang von der Traunpromenade zur Kösslmühlg. sichern.

Seitens Gemeinderat Kassmannhuber wurde sinngemäß angemerkt:

Der Bebauungsplan wird erst erstellt, wenn Folgendes geregelt ist:

  • Zufahrt, Ponton?
  • Bankgarantie für Schäden
  • Verträge durch Rechts-Anwalt

Seitens Gderat Dr. Schneditz wurde sinngemäß ausgeführt:

Obige Festlegungen werden durch entsprechende Verträge dreifach abgesichert!Eine Sperre der Traunpromenade ist nicht denkbar. Die Baustelle könnte auch wie in Venedig mit dem Schiff versorgt werden.“

Dazu ergänzend von Bürgermeister Stefan Krapf:

Eventuelle Schäden zahlt sicher nicht die Gemeinde!

Der Anfragebeantwortung ist jedenfalls klar zu entnehmen, dass die Traunuferpromenade zumindest für die Umbauzeit (bis zu 2 Jahre) als Baustraße zur Verfügung gestellt werden könnte.

Der erforderliche Ausbau des Weges, um dieser Beanspruchung stand zuhalten und den LKWs den notwendigen Freiraum zu sichern, wird unsere Traunuferpromenade unwiederbringlich zerstören.

Noch ist es Zeit die Zerstörung unseres Fuß- und Radweges zu verhindern! Teilen Sie Ihre Meinung der Gemeinde mit! Sie können Bürgermeister Stefan Krapf jederzeit unter bgm.krapf@gmunden.ooe.gv.at ein Mail übermitteln, ihn anrufen tel: 07612/ 794-201 oder ihm persönlich Ihre Sicht der Dinge mitteilen!

Der Stadtgemeinde Gmunden ist Bürgerbeteiligung ein teures Anliegen! Bringen Sie sich ein!

Dipl.-Ing. Josef Sperrer

Und hier noch ein offener Brief von GRin Uli Harringer in dieser Causa an den Bürgermeister.

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Krapf,

der geplante Neubau der Kösslmühle lässt seit längerer Zeit die Wogen hochgehen. Es sind viele Gerüchte im Umlauf und diverse Pläne kursieren. das verunsichert die Gmundner!

Durch den „umgestürzten“ Baum und den somit widerrechtlichen Abriss der Fassade ist ein Neubau in absehbarer Zeit wahrscheinlich, es sind jedoch noch einige Fragen offen:

1. Ist das Wegerecht zwischen Kösslmühlgasse und Traunuferpromenade vertraglich mit dem Bauwerber gesichert? Falls nicht, ist es reiner Goodwill der Grundbesitzer, den Gmundnern ihr Naherholungsgebiet zu erhalten.

2. Gibt es inzwischen konkrete Informationen, wie die Baustellenzufahrt und die Zufahrt für die Einsatzfahrzeuge erfolgen sollen? Die Kösslmühlgasse ist an der engsten Stelle nur 2,5 m breit, also für breitere Fahrzeuge nicht geeignet. Eine Beschickung der Baustelle über die Traun oder die Traunuferpromenade ist denkbar.

Im Dezember-Gemeinderat haben Sie bestätigt, dass die Stadtgemeinde keinesfalls die Kosten für eine „Verbesserung“ der Traunuferpromenade zahlen wird – auch hier stellt sich die Frage nach der vertraglichen Absicherung. Sobald nämlich der Baubescheid erteilt ist, hat der Bauwerber die Zusicherung, den Bauplatz über eine entsprechende Zufahrt (mind. 3m breit) zu erreichen.

Bei allen Maßnahmen muss die restliche Lage berücksichtigt werden: Laut OÖ Bauordnung muss eine Bauplatzbewilligung mit einer geordneten und zweckmäßigen Bebauung vereinbar sein, dabei ist das öffentliche Interesse, zB des Verkehrs, und die Wahrung eines ungestörten Orts- und Landschaftsbildes zu beachten.

Sie als Bürgermeister sind für die Gmundner Bürger verantwortlich und nicht für die wirtschaftlichen Interessen eines nicht ortsansässigen Bauwerbers. Sogar einige Ihrer Parteikollegen haben sich bereits mit Ihren Bedenken zu Wort gemeldet.

Ich ersuche ich Sie daher sehr genau abzuwägen, welche Interessen für die Gmundner Bevölkerung den größten Vorteil bringen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrike Harringer